Natürlich - jede politische Partei möchte Identität bewahren, aus dem Grund, dass ihre Forderungen und gegebenenfalls Umsetzungen nicht mit dem Profil einer anderen Partei verschmelzen, was Wählerstimmen kosten könnte. Aber wenn wir mal ehrlich sind: Die CDU hat bei der letzten Bundestagswahl zwar deutlich mehr Wählerstimmen bekommen als die SPD, aber wer sind denn die Wähler der CDU? Da ist zum einem die Wählerklientel aus dem öffentlichen Dienst, der leider, so finde ich, auch durch gewerkschaftlichen Druck in den letzten Jahren (oder sogar immer schon?) durch Gehaltssteigerungen einen Inflationsausgleich durchsetzen konnte, was für viele privatwirtschaftliche Beschäftigte, wie auch mich, nicht galt. Bald kann ich in meiner Stadt den Beschäftigten aus dem öffentlichen Dienst beim Essen im Restaurant zusehen. Ich kann mir das jetzt kaum noch leisten. Die Gewerkschaft hilft, aber freuen tun sich besonders die CDU Wähler aus dem öfftenlichen Dienst. Und wenig später gilt das gewerkschaftlich durchgesetzte auch für die pensionierten Beamten, die jahrzehntelang CDU gewählt haben. Dann ist es auch so, dass Unternehmer angesichts des Umstandes, dass der FDP Gedanke nicht vollkommen übergesprungen ist auf einigermaßen gutverdienende Singles, aber hochbesteuert, aber sicher keine Reichen, diese Unternehmer, die reich sind, eher auch CDU wählen, damit ihre Stimme bei der FDP nicht verloren ist, weil sich zu wenige andere außer den Reichen gefunden haben könnten. Ich will hier darauf verzichten, zu überlegen wer denn SPD wählt. Wahrscheinlich weiß es die SPD selbst gar nicht, wer außer Pflegekräften, Kitabeschäftigten und den unteren Einkommensgruppen aus den Krankenhäusern die SPD sonst noch wählt. Während es in den östlichen Bundesländern anscheinend so ist, dass eine Analyse, wer denn AFD wählt, gar nichts bringt, denn die überwiegende Mehrheit scheint da einfach AFD zu wählen, ganz gleich welcher Beruf oder welche Einkommensquelle, wählen in den westlichen Bundesländern viele, die früh die Schule beendet haben und seit 16, 17 Jahren schon arbeiten, teilweise auch hart körperlich mittlerweile die AFD und selten die SPD, auch deswegen, weil wer sich im Arbeitsleben jahrelang ohne Arbeitslosigkeit behaupten wollte, sich schon auch früher tendenziell eher etwas rechts aufstellen musste... Also ist nicht mal klar, ob die vor der Existenz der AFD überhaupt wirklich SPD gewählt haben sondern vielleicht sogar CDU. Die fehlten jetzt vielleicht der CDU, um über 40% zu kommen. SPD könnten auch Buchhändler wählen, Literaturkritiker und Absolventen bestimmter geisteswissenschaftlicher Studiengänge.
Wenn eine Koalition aus CDU und SPD für Gesamtdeutschland weiterhin das Beste wäre, bringt es dann etwas, dass die CDU in letzter Zeit so herausstellt, dass sie ein Problem mit der SPD dergestalt hat: Schaut mal, wie viel Prozent wir bekommen haben, wie viel die SPD, und was die SPD trotzallem durchsetzt (vermeintlich gegen die Reicheren..) Nun, das neu verhandelte Heizungsgesetz bzw. Energiegebäudegesetz scheint zunächst gegen die Vermieter zu gehen, wird Wohnraum aber noch stärker verknappen, geht also letzendlich gegen die Mieter, denn in jedem Fall wird ein Vermieter, wenn ihm etwas auf der einen Seite genommen wird, sich es auf der anderen Seite von den Mietern zurückholen. Also würde ich mir wünschen, dass die CDU erkennt, dass sie wie schon eigentlich immer die Bessergestellten vertritt, deren Wohlstandsabstand zu den anderen in der Gesellschaft in letzter Zeit wieder deutlich größer wird, und erkennt, dass es Deutschland nichts bringt, die SPD als Feind der CDU herauszustellen. Das war´s auch schon. poum.de, 03.05.2026



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